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die Heilandsweide

war eine Silberweide an einem Feldweg nach Horstenstein

1910

die erste Weide

1925

Weiden am Königsgraben

1935

die erste Weide mit Frau Motzel und ihren Töchtern

1950

die erste Weide

  • Die Heilandsweide Im Jahre 1956 wurde die "echte" "Heilandsweide" gefällt. Sie stand an einem Feldweg nach Horstenstein ("Straße 37") in Marienfelde, am ehemaligen Königsgraben, etwa 60 m östlich der Marienfelder Allee. Dieser große Baum, eine mächtige Silberweide, war in weitem Umkreis als Naturdenkmal bekannt. Er hatte ein Alter von etwa 200 Jahren und stand seit 1927 unter Naturschutz. Unten am Stamm betrug der Durchmesser zwei Meter, und vier Erwachsene mußten sich die Hände reichen, wenn sie ihn umspannen wollten. Jedoch war der Stamm mit den Jahren morsch geworden, nach und nach brachen Äste herunter. Man versuchte alles, den alten Baum zu erhalten. Die Höhlungen wurden durch Ziegelsteine und Mörtel ausgefüllt, und es wurden eiserne Bänder angebracht, um ihm Halt zu geben. Man sorgte dafür, daß er immer genug Wasser bekam. Als die Straße an der Heilandsweide gepflastert wurde, legte man die Bordsteine so, daß sie um den Baum herum führten. Aber alle Mühe nutzte nichts, er wurde immer hinfälliger. Man mußte befürchten, daß eines Tages die große Krone herunterbrechen und Menschen in Gefahr bringen würde. So mußte er 1956 entfernt werden.
  • Von diesem uralten Baum gibt es eine SageIn alten Zeiten wohnte in Marienfelde ein frommer Schäfer, der zeitlebens danach trachtete, gottgefällig und nach den Lehren des Heilands zu leben. Er trat würdevoll auf, trug lang herabwallendes Haar und einen Vollbart. Er war weithin unter dem Namen „der Heiland" bekannt. Marienfelde war damals noch ein kleines Dorf, in dem man selten etwas von Berlin hörte. Man war froh, daß man einen so treuen Hirten hatte, der allzeit sorgsam auf seine Schafe achtete. Das war sehr notwendig, denn es gab mancherlei sumpfige Stellen in der Nähe. Eines Tages hörte der Schäfer plötzlich ein ängstliches Blöken vom Bruch her. Er eilte hin und sah, wie ein Schaf seiner Herde tief im Moor steckte. Es hatte sich von den anderen Tieren entfernt und war auf eine grundlose, sumpfige Stelle geraten. Er versuchte es zu erreichen, trat aber selbst fehl und versank. Lange warteten die Dorfbewohner auf seine Heimkehr. Dann machten sie sich auf, Hirt und Herde zu suchen. Als sie den "Heiland" nicht fanden, mußten sie das Schlimmste annehmen. Der Weidenstab aber, den der Hirte immer mit sich führte und auf den er sich stützte, zeigte ihnen den Platz, an dem er versunken war. Er stand dicht neben einer unergründlichen, moorigen Stelle. So war der Hirte in treuer Erfüllung seiner Pflicht umgekommen. Im nächsten Frühjahr aber schlug der Weidenstab aus, er wurde grün und war nach Jahren schließlich ein großer Baum. Die Leute nannten ihn die "Heilandsweide".
  • Die Sage von der Heilandsweide gibt es in verschiedenen Fassungen. Sie ist mal mehr, mal weniger ausgeschmückt, wie es eben mit mündlichen Überlieferungen geht. Eigentlich passt diese Geschichte gar nicht mehr in unsere heutige technisierte und schnelllebige Welt. Doch veranlasst sie uns zum Nachdenken über Werte, woran es heute oft mangelt. Was uns wie ein Märchen erscheint, hat gewiss einen wahren Kern. Im Heimatarchiv befinden sich Hinweise auf einen Schäfer namens Petrasch, von dem man meint, dass es sich um diesen Wohltäter handelte, der gutmütig, wenn auch menschenscheu, vor allem aber heilkundig war. Im Marienfelder Kirchenbuch taucht dieser Name nicht auf, was darauf hinweist, dass der Mann von woanders herkam, unverheiratet blieb, offenbar ohne Nachkommen blieb, und hier nicht begraben wurde. Bekanntlich hatten Schäfer (Hirten) keinen Besitz außer ihr Wissen durch Naturverbundenheit. Sie kannten sich mit Kräutern aus, und wussten Tiere und Menschen zu heilen, wovon die Medizin und Pharmaindustrie heute noch lernen kann. In unserer Zeit liegt die Anwendung der altbewährten Naturheilmittel voll im Trend.
  • Als dann der sagenumwobene Baum nach Jahrhunderten alt und gebrechlich wurde, pflanzte man im Jahre 1952 ganz in seiner Nähe eine neue, junge Weide. Sie soll die Erinnerung wachhalten.
  • Der Ausbau der Straße "An der Heilandsweide" erfolgte um 1952 im Rahmen der Notstandsarbeiten. Bevor in der Marienfelder Allee das Kopfsteinpflaster aufgenommen wurde - die Steine wurden gespalten und neu verlegt - musste für den Straßenverkehr eine Umleitung geschaffen werden. Diese war in Richtung Mariendorf (wie im Bild sichtbar) über die neuausgebaute Straße 37, die 1953 den Namen "An der Heilandsweide" erhielt, und dann über die Greulichstraße, welche hier endet auch erst zum Bahnhof hin befestigt worden ist. Die Marienfelder Allee konnte während der Straßenbauarbeiten nur in einer Richtung befahren werden, wobei für den Oberleitungsbus 32 eine Ausnahme bestand.
  • Die Straße heißt seit 1. November 1953 "An der Heilandsweide". 

In den 1950er Jahren wurde der Feldweg zur Straße umgebaut. Die alte Silberweide blieb stehen. Die Flächen links und rechts der Straße wurde immer dichter bebaut.

Heilandsweide

Ihre Maße waren damals zwei Meter Durchmesser, sechseinhalb Meter Stammumfang und ca. 25 Meter Höhe.

Zeitleiste

der "Heilandsweide" in Berlin-Marienfelde

19. Jahrhundert                           

die Sage von der "Heilandsweide"

Die Erzählung über die Herkunft der "Heilandsweide" ist wie bei Sagen üblich, nicht gesichert. Aber die Sage klingt gut.

1927

Naturdenkmal

Die große Silberweide wird als Naturdenkmal klassifiziert.

1952

Ableger

Im Jahre 1952 pflanzte man ganz in seiner Nähe eine neue, junge Weide, da der alte Baum krank und morsch geworden war. Sie soll die Erinnerung wachgehalten werden.

1953

Straße "An der Heilandsweide"

Der alte Feldweg nach Horstenstein, die "Straße 37", wird zur Straße ausgebaut und am 1. November umbenannt in "An der Heilandsweide".

1956

Fällung

Der alte und morsche Baum wird vollständig entfernt, nachdem im Jahr zuvor bereits die ausladende Baumkrone aus Sicherheitsgründen gekappt werden musste.

2008

Ableger

Im Naturpark Marienfelde wird ein Ableger gepflanzt.

2012

Fällung

Heilandsweide Nr. 2 war morsch und altersschwach und musste gefällt werden.

2017

Neupflanzung

Dank der Mitglieder der Initiative Marienfelde und des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg steht seit Herbst 2017 in der Straße „An der Heilandsweide“ wieder eine junge Silberweide.

Heilandsweide

2007

die zweite Heilandsweide

Heilandsweide

2007

die zweite Heilandsweide

Heilandsweide

2007

die zweite Heilandsweide

Heilandsweide

2020

die neue "Heilandsweide"

Heilandsweide

2020

Infotafel an der neuen "Heilandsweide"

Adresse

Godwin T. Petermann
Berlin, D

Kontakt

E-Mail: info@www.mein-marienfelde.de

erstellt: 2020-03-17 - aktualisiert: 2020-04-12 - © gtp 2020